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Die Bahnhofsgeschichte in Kürze:
 
1845:         Staatsvertrag zum Bau der Main-Weser-Bahn zwischen Kurhessen,
                 Großherzogtum Hessen-Darmstadt und der Freien Reichsstadt Frankfurt
1848:         Baubeginn  der Bahnstrecke. Bereits zu Weihnachten 1849 wurde der
                 Streckenabschnitt Guntershausen – Wabern in Betrieb genommen.
1884:         Anschluss nach Bad Wildungen.
                 Seit dieser Zeit D-Zug-Haltepunkt
                 (1988 abgelöst durch den etwa qualitätsgleichen InterRegio-Haltepunkt.
Um 1860    Fertigstellung des Bahnhofsgebäudes in seiner ursprünglichen Form
 
Architekturgeschichte:
Der ursprüngliche Gebäudeteil (ohne die rechten und linken Anbauten) ist am heutigen Bestand noch deutlich zu erkennen. Die Ziegel im „Klosterformat“ und die Ornamentik über den Fensterbögen sowie unter den Fensterlaibungen zeigen den Altbestand an. In einem 2. Bauabschnitt wurde etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Bahnhof in östlicher Richtung erweitert, zu erkennen an den deutlich einfacher ausgeführten Rundbogenfenstern ohne die kunstvolle Ornamentik des ersten Abschnittes. Der 3. Bauabschnitt - wohl zwischen den Kriegen – umfasste den zur Dorfseite hin gelegenen Teil des jetzigen Gebäudes. Es erfolgte ein deutlich höherer und im Grundriss größerer Anbau. Die Rundbögen der ehemaligen Arkade rechts vom Turm sind nur noch im oberen Stockwerk vorhanden. Die unteren Fenster wurden rechteckig ausgeführt. Auch im Anbau, in dem sich ehemals das Bahnhofsrestaurant befand, haben die Fenster und Türen keine Rundbögen mehr. Das gesamte Ziegelmauerwerk wurde mit einer orange-roten Farbe überstrichen, wohl um künftige Bauunterhaltungsmaßnahmen des Mauerwerks zu ersparen.
 
Der Bahnhof im Eigentum der Gemeinde:
Die Gemeinde Wabern arbeitet seit Beginn des 21. Jahrhunderts in Form eines Zweckverbandes mit der Stadt Borken und den Gemeinden Bad Zwesten, Jesberg und Neuental zusammen. Im Rahmen dieser Zweckverbandsarbeit ist der Bahnhof in das Projekt „Stadt 2030“ des Bundesbauministeriums aufgenommen worden. Verbunden mit der Förderung war die Planungsaufgabe, wie und in welcher Weise das Bahnhofsgelände einschließlich der vorhandenen Gebäude, Brachflächen und dem Umfeld durch geeignete Nutzungen revitalisiert werden könnte. Ziel war die Schaffung eines attraktiven IC-Haltepunktes mit einem positiven Entrèe für die Region, mit ausreichenden Parkmöglichkeiten und mit der Aufwertung der Wohn- und Gewerbenutzung entlang der Bahnhofstraße.
 
Die Gemeinde hat sich zu Beginn des Jahres 2007 entschlossen, das Bahnhofsgebäude nebst der umliegenden Fläche in einer Gesamtgröße von mehr als 10.000 qm zu erwerben, den Bahnhof umzubauen und einer überwiegend gewerblichen und kulturellen Nutzung zuzuführen. In einem ersten Schritt wurde die Fassadenfarbe entfernt, das ursprüngliche Mauerwerk freigelegt und die Fugen zwischen den Steinen neu verschlossen. Das Bahnhofsgebäude wurde in seinem Inneren entkernt und alle Räume praktisch auf Neubauzustand gebracht. Neue Heizung, neue Wasserinstallation und eine umfängliche Renovierung von Decken, Fußböden und Wänden erhielt das Bahnhofsgebäude. Büro- und Praxisräume prägen das Gesicht dieses Gebäudes, zusammen mit dem neuen Waberner Kulturzentrum im ehemaligen Empfangsgebäude und im ehemaligen Warteraum für die 1. Klasse. Auch der Bahnhofsvorplatz hat ein neues Gesicht erhalten. Ebenfalls mit öffentlichen Mitteln gefördert, entstanden neue Parkplätze und ein für die Bahnbenutzer leicht erreichbarer Busbahnhof.
 
Offen bleibt dann noch die barrierefreie Erschließung der Bahnsteige und der Neubau der Unterführung. Diese Maßnahme betrifft ausschließlich Grundstücke im Eigentum der Deutschen Bahn AG und soll in den nächsten Jahren auch unter Beteiligung des Landes und einer geringen Beteiligung der Gemeinde durchgeführt werden. Der Zeitplan ist abhängig von der Bewilligung der notwendigen öffentlichen Mittel. Für die Gemeinde bleibt in den kommenden Jahren noch das Projekt „Umbau der Bahnhofstraße“ bis zur Alten Kasseler Straße. Dieser Umbau soll angegangen werden, sobald auch hierfür die notwendigen Zuschussmittel zur Verfügung stehen.
 
Mit dem Abschluss der Maßnahmen bekommt das „Tor zum nördlichen Schwalm-Eder-Kreis“ ein neues positives Gesicht.